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Mutig voran!

Unter dem Motto „Mutig voran“ feiern die Protestanten in der Pfalz und der Saarpfalz 2018 das Jubiläum „200 Jahre Pfälzer Kirchenunion“. Höhepunkt ist ein Fest in Kaiserslautern, der Stadt, in der 1818 eine erste Generalsynode die Vereinigung der reformierten und lutherischen Gemeinden zu einer Protestantisch-Evangelisch-Christlichen Kirche beschlossen hatte.

Siegel der Landeskirche

Kirchenpräsident Christian Schad, der Beauftragte für das Unionsjubiläum, Wolfgang Schumacher, sowie Projektleiterin Mechthild Werner versprechen ein Fest für alle Sinne und alle Generationen – mit Gottesdiensten, Gesprächsrunden, Kletterkirche, Abendsegen, Weindorf und vielfältigem Kulturprogramm. Zum Auftakt der Jubiläumsfeier erinnert bereits am Sonntag, 2. September, um 15 Uhr ein Gottesdienst in der Stiftskirche mit Bischof Karl-Heinz Wiesemann und Vertretern der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen – Region Südwest daran, dass die innerprotestantische Verständigung vor 200 Jahren „auch ein deutlicher Ruf ist, sich heute für die christliche Ökumene einzusetzen“, sagte Schad beim Pressegespräch in Kaiserslautern.

„Die Pfälzer Kirchenunion kam zustande, weil die Gemeinden es wollten. Es war eine Basisbewegung. Für mich ist dies eines der spannendsten Kapitel der pfälzischen Kirchengeschichte“, sagte der Kirchenpräsident. Was die Väter der pfälzischen Kirchenunion vor 200 Jahren erklärten, sei für die Evangelische Kirche der Pfalz bis heute bindend: Eine breite Beteiligung und Partizipation, festgeschrieben in der presbyterial-synodalen Verfassung. Prägend für die protestantische Kirche seien auch die damals von der Aufklärung und dem Rationalismus ausgegangenen Bildungsimpulse. „Das Bündnis von Glaube und Vernunft ist bis heute das entscheidende Bollwerk gegen Fundamentalismus und religiösen Fanatismus“, unterstrich Kirchenpräsident Schad. Die pfälzische Landeskirche gedenke daher in diesem Jahr nicht nur der historischen Ereignisse von 1818. Es gehe zugleich darum, das Erbe der Union heute zu verantworten und sich für Gewissensfreiheit und die Anerkennung der gleichen Würde aller Menschen einzusetzen. Das Jubiläum biete deshalb vielfältige Gelegenheiten, „über die ökumenischen und demokratischen Impulse, die von der Union ausgegangen sind, nachzudenken“, so Schad.

Historische Schauplätze

Gefeiert wird nach Angaben von Dekanin Dorothee Wüst an historischen Schauplätzen in Kaiserslautern – rund um die Stiftskirche, den Martinsplatz mit dem Alten Stadthaus und den Unionsplatz mit der Unionskirche. „Wir betreiben keine kirchliche Nabelschau, sondern wir gehen auf die Straßen und Plätze und feiern mit den Bürgern.“ Ein Abendmahlsgottesdienst am Sonntag um 10 Uhr in der Stiftskirche mit Kirchenpräsident Christian Schad und ein anschließender Festakt mit Bundespräsident a.D. Joachim Gauck im Großen Haus des Pfalztheaters sind zugleich Höhepunkt und Abschluss des Festwochenendes.

3 Bühnen – 2 Tage – 1 Fest

Am Freitag, 7. September, von 15 bis 22 Uhr und am Samstag, 8. September, von 11 bis 22 Uhr präsentiert die Evangelische Kirche der Pfalz in der Kaiserslauterer Innenstadt ein buntes Musik- und Informationsprogramm. Musikalisch reicht der Bogen von Gospel und Soul über Jazz und Blues, Rock, Pop und Klassik. Dafür stehen u.a. die Akkordeonistin Alexandra Maas und der Mundharmonikaspieler Jens Bunge, die Jugendkantorei Kaiserslautern, der Chor Gospelmaxx aus Maxdorf, die New Brass Bigband aus Neustadt und die RPR1 Night Live Band, Sänger Stefan Flesch und Musikerin Lotte.

Kirchenbank und verdrehte Gebete

Kirchliche Werke, Einrichtungen und Initiativen bauen auf der Unionsmeile von der Stiftskirche zur Unionskirche ihre Kirchenbänke auf und laden Passanten und Promis am Freitag von 15 bis 18 Uhr und am Samstag von 11 bis 18 Uhr zu Information und Gesprächen ein. Unter anderem gibt es Stadtführungen, Theater, Bibellesungen und Unionsgeschichten am Ort des Unionsdenkmals. Das Stadtmuseum zeigt die Ausstellung „Heimat-Kirche-Pfalz“, und auch das Pfalztheater Kaiserslautern feiert mit: Mit einem großen Theaterfest für Jung und Alt geht es am Jubiläumswochenende in die neue Theatersaison. Am Samstag, 8. September, erscheint ab 14 Uhr u.a. Luthers Landesherr, Friedrich der Weise, auf der Werkstattbühne. „Verdrehte Gebete“ heißt der Titel des Theatermonologs von Michael Bauer.

Kletterkirche, Demokratie und eine Botschaft

In eine Kletterkirche mit Hochseilgarten verwandelt die Evangelische Jugend die Unionskirche: Nach dem Motto „mutig voran“ geht es bei der Aktion um Vertrauen und Wagnis, um Kooperation und Verantwortung, um Anteilnahme und Grenzüberschreitungen. Am Samstag laden das Landesjugendpfarramt und das Pfarramt für Kindergottesdienst zum „demokratischen Marktplatz“ ein. Nach der Eröffnung mit Andacht um 12.30 Uhr stellen sich Innenminister Roger Lewentz und der Radiomoderator und Autor Jürgen Wiebicke um 14 Uhr der Frage: „Ist die Demokratie noch zu retten?“. Zum Thema „Bildung braucht Demokratie – Demokratie braucht Bildung“ diskutieren um 15.45 Uhr die rheinland-pfälzische Integrationsministerin Anne Spiegel und die Moderatorin und Autorin Jennifer Sieglar. Um 16.30 Uhr geht es gemeinsam zur Stiftskirche, wo im Beisein von Kirchenpräsident Christian Schad ein Memorandum gehoben wird: Unter einem an der Stiftskirche eingelassenen Stein ruht seit 25 Jahren eine Botschaft, hinterlassen von der Evangelischen Jugend 1993 für die Nachwelt.

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